Obmann Dieter Steger bei der 67. Landesversammlung der SVP. - Foto: STOL.IT © vs

VOLKSPARTEI MIT LOGOMATEN

Georg Dekas
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24. März 2025

Die 67. Landesversammlung zeigt die Südtiroler Volkspartei (SVP) in guter Verfassung und auch hohlen Worten.

Damit eins klar ist: Die gute alte SVP gibt es noch. Sie gedeiht unverwüstlich auf Graswurzel-Ebene, ganz gleich was die Spitzen oben tun und sagen.  Diese unkaputtbare Volks-SVP an der Wurzel ist es, welche das deutsche und das ladinische Südtirol genauso wie das zart heranwachsende italienische Südtirol noch lange braucht. Genau das auch bei der 67. Landesversammlung im Kurhaus von Meran ziemlich deutlich geworden an den (frohen) Gesichtern, den Symbolen, Fahnen, Menschen. Sie alle sind geeint im Willen zu bestehen.

Kleiner Schönheitsfehler ist ein Gesundheitslandesrat in der ersten Reihe, von dem man öffentlich weiß, dass er kein Mitglied der Partei ist (inzwischen eingetreten?) und erfährt, dass er die Tiroler Landeshymne, das Lied vom Andreas Hofer, nicht mitsingt. Das nur am Rande.

Als es zu den Hauptrednern kommt, kommt es leider auch zu hohlen Worten. Zum Wesenskern seiner Politik muss SVP-Spitzen- und Landeshauptmann Arno Kompatscher das Prinzip Hoffnung walten lassen: Jetzt etwas zum Fortgang der Autonomie zu sagen wäre „kontraproduktiv“. Ach so.

Dann kommt Parteiobmannn Steger mit dem booster-bolligen „Bollwerk der Mitte“ daher, welches die SVP sei. Hohl, weil seine SVP mit den Italo-Rechten im Bett liegt. Weil auf Landes- und Staatsebene der Humus so dünn ist, weicht Steger vollmundig auf die Geopolitik aus und plappert der Urschel, dem Merz und Söder hinterher. Was wieder anzeigt, wie konformistisch sich die Leitung der SVP der Wetterlage in „Kleiko“-Berlin und „Meinl“-Wien unterordnet.

Zu allem Überfluss muss auch noch Parteisekretär Harald Stauder sein Geschick als Logomat (Wortspender) in die Auslage stellen. „Wir…“ – immer dieses verdammte “wir“, wer ist überhaupt “wir“? – „…sind nicht Besserwisser, sondern Bessermacher“, lobt er – sich selbst. Ganz schön aufgeblasen.

 

Anmerkung vom Zeitungszupfer

Übrigens berichtet mittlerweile die Tribuszeitung („Neue Südtiroler Tageszeitung“) ganz schön hofmännisch und weihrauchig von der Versammlung. Die „Dolomiten“ (Papierausgabe vom 24. März 2025) lässt die SVP gewohnt tragend und würdevoll leben wie seit jeher, berichtet diesmal vielleicht eine Spur sachlicher und kritischer. Der Stol.it danke ich für das Artikel-Foto.

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